Fünf Gründe, weshalb man unbedingt das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer besuchen sollte – eine völlig subjektive Liste von einem Nordlicht auf Zeit

Weltnaturerbe Wattenmeer

Die drei deutschen Anteile des Wattenmeers (niedersächsisches, hamburgisches und schleswig-holsteinisches Wattenmeer) bilden zusammen mit dem niederländischen und dänischen Wattenmeer das länderübergreifende Weltnaturerbe Wattenmeer.

Vor 10 Jahren zog es mich beruflich für ein gutes Jahr nach Schleswig-Holstein, genauer gesagt nach Dithmarschen. Ich wohnte in einemHaus direkt hinterm Deich, davor nur Salzwiese und Wattenmeer. Seitdem liebe ich diese einzigartige Natur, die durch Wetter und Gezeiten ständig im Wandel ist und ich versuche, so oft wie möglich dorthin zurückzukehren. Damit auch du Lust auf Wind, Wellen und Watt bekommst, habe ich folgende kleine Liste zusammengestellt. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann nach Belieben erweitert werden – Viel Spaß!

Fünf Gründe, weshalb man unbedingt das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer besuchen sollte – eine völlig subjektive Liste von einem Nordlicht auf Zeit

1. Nordsee, du (un)berechenbare

NordseeDas Watt ist eine Gezeitenzone mit Ebbe und Flut, d.h. das Meer ist nicht immer dann da, wenn man es grade möchte. Ich finde es hat etwas sehr ursprüngliches, wenn man sich bei seinen Aktivitäten auf, am und um das Meer nach der Nordsee richten muss und es nicht als gegeben hinnehmen kann, dass das Wasser da ist. Ebbe und Flut ändern sich jeden Tag. Dafür gibt es den Tidenkalender (Tiden = Gezeiten), der einem Hoch- und Niedrigwasserzeiten vorhersagt. Doch man gewöhnt sich auch so schnell an den Rhythmus des Meeres, der Ebbe und Flut an jedem Tag ca. 30 – 60 Minuten nach hinten verschiebt. Trotzdem ist der Wasserstand nicht an jedem Tag gleich. Er ist abhängig von Wetter, Wind, Mondphase und Jahreszeit. Also kannst du an der gleichen Stelle, an der du gestern bei Hochwasser im Sand gesessen hast, heute enorm nasse Füße bekommen.

2. Das Watt

„Ich höre des gärenden Schlammes geheimnisvollen Ton“

(Theodor Storm – Meeresstrand)

WattWenn das Watt bei Ebbe trocken fällt, dann blubbert und zischt es. Aber Watt ist nicht gleich Watt. Es gibt zum Beispiel Sandwatt, auf dem man ganz toll Wattwandern kann, und Schlickwatt, in dem man gerne mal tiefer versackt. Vor allem aber ist das Watt Lebensraum für viele Organismen, die es eben nur im Watt gibt, wie z.B. den Wattwurm, den Bäumchenröhrenwurm oder die Wattschnecke. Am besten lernt man diese besonderen Bewohner bei einer Wattwanderung mit einem ausgebildeten Wattführer kennen. Und wenn man dann noch beim Sandklaffmuschelwetteingraben die schnellste Muschel hat, ist der Tag im Watt unvergesslich. Natürlich gibt es auch noch größere Bewohner des Wattenmeers, dazu komme ich bei

3. Tierische Wattenmeerbewohner

Sanderling
Ein Sanderling im Watt

Das Wattenmeer ist ebenfalls Lebensraum für viele spezialisierte Vogelarten. Man findet Knuts, Rotschenkel, Alpenstrandläufer (ja, die heißen wirklich so), Säbelschnäbler und Austernfischer. An manchen Tagen gibt es nichts schöneres, als morgens vom Gesang der „verliebten“ Austernfischer geweckt zu werden. An den anderen Tagen gibt es nichts nervigeres als vom Geschrei der streitenden Austernfischer auf dem Dach aus dem Schlaf gerissen zu werden, wo man doch eigentlich noch eine Stunde liegen bleiben wollte…
Im Frühjahr und im Herbst ist das Wattenmeer und vor allem die dazugehörenden Salzwiesen ein Rastplatz für viele Zugvögel.
Außerdem „wohnen“ im Wattenmeer drei der größten Säugetiere unserer Region: der Seehund, die Kegelrobbe und der Schweinswal, die man mit etwas Glück auch beobachten kann. Hierbei sollte man aber auf jeden Fall Abstand halten, denn Robben sind, so süß sie auch aussehen, keine Kuscheltiere. Viele Infos zum Thema Robben findest du HIER.

Junger Seehund in der Seehundstation Friedrichskoog
Junger Seehund in der Seehundstation Friedrichskoog

4. Leuchttürme

AmrumLeuchtturm
Leuchtturm Amrum
LeuchtturmHörnum
Leuchtturm Hörnum, Sylt

Leuchttürme sind nicht nur schön, sondern auch sinnvoll – die Idee des Leuchtfeuers ist schließlich schon mehr als zweitausend Jahre alt (eines der „Sieben Weltwunder“ war der Leuchtturm von Alexandria) und hilft der Schifffahrt damals wie heute. Ist man abends auf den Nordfriesischen Inseln unterwegs, kann man nicht nur die Leuchtfeuer der Nachbarinseln sehen, wir konnten sogar einmal am Sylter Weststrand beobachten wie der Helgoländer Leuchtturm von unten die Wolken am Horizont regelmäßig anstrahlte (und Helgoland liegt ca. 70 Kilometer von Sylt entfernt). Leuchttürme gehören für mich zum Wattenmeer dazu und ich freu mich immer, wenn ich einen neuen entdecken kann.

5. Inseln und Halligen

„Wie Träume liegen die Inseln im Nebel auf dem Meer“

(Theodor Storm – Meeresstrand)

HoogeWarft
Warft auf Hallig Hooge

Der Unterschied zwischen Inseln und Halligen ist relativ einfach: Inseln haben einen Deich, Halligen nicht. Dafür stehen die Häuser auf den Halligen auf (künstlich) aufgeschütteten Hügeln, den sog. Warften. Ein paar Mal im Jahr kommt es bei Sturmflut zum sog „Landunter“, wobei der Großteil der Hallig überflutet wird, nur noch die Warften mit den Häusern gucken dann aus dem Wasser heraus. Ich war mal für ein paar Tage auf Hallig Hooge, der zweitgrößten Hallig im nordfriesischen Wattenmeer und war erstaunt über die Größe von gut 5,7 km². Da es wenig Bebauung gibt (eben nur auf den Warften), ist das Meer rundum immer im Blick.
Einen ebenso tollen Meerblick und dazu noch einen wunderschönen Strand zum ewig Entlanglaufen gibt es auf den Westseiten von Sylt und Amrum. Doch mein absoluter Lieblingsstrand ist dann doch auf dem Festland: nichts ist schöner als der Strand von St. Peter – Ording!

Was sind deine Wattenmeer – Highlights? Ich freue mich über eine Fortsetzung der Liste in den Kommentaren!

Die kleine Wattenmeer – Linksammlung:Düne

Weltnaturerbe Wattenmeer (Common Wadden Sea Secretariat)

Schutzstation Wattenmeer

Seehundstation Friedrichskoog

Multimar Wattforum

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