Hamburg – Kontorhausviertel mit Chilehaus

Mein zweiter Hamburg-Artikel beschäftigt sich mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus, die genau wie die Speicherstadt seit 2015 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Außerdem gibt es für euch meine Lieblings-Hamburg-Fotos.

Kontorhausviertel und Chilehaus

Chilehaus5Das Hamburger Kontorhausviertel entstand in den 1920er und 1930er Jahren im süd-östlichen Teil der Hamburger Altstadt. Die bis dahin dort bestehende Wohnbebauung, eines der sog. Gängeviertel, war ein sehr armer, rückständiger und eng bebauter Stadtteil mit hoher Bevölkerungsdichte, der ähnlich wie die Vorgängerbauten der Speicherstadt, abgerissen wurde. Die Bewohner wurden dabei zwangsumgesiedelt. Anstelle der alten, kleinteiligen Fachwerkbebauung entstanden große Kontorhäuser im Stil des Backsteinexpressionismus.

Chilehaus Kontorhausviertel HamburgHeute würden wir ein Kontorhaus als Bürogebäude bezeichnen, denn dort waren die Büros der Handelsgesellschaften, die am Hamburger Hafen ansässig waren, untergebracht. Die Gebäude waren von ihrer Bauweise darauf ausgelegt, verschiedenen Unternehmen gleichzeitig Platz zu bieten. Durch ein aus Stahl und Beton erbautes Pfeilersystem als Grundkonstruktion wurden tragende Außenwände geschaffen, die eine variabel gestaltete Aufteilung im Inneren zuließen. Außerdem konnten so in den Außenwänden viele Fenster eingebaut werden, die das nötige Licht in die Büros brachten. Die Fassaden der mehrstöckigen Gebäude wurden meist aus Backsteinen gearbeitet, verklinkert und mit Klinkermustern verziert.

Chilehaus Kontorhausviertel Hamburg
Chilehaus

Chilehaus3Eines der bekanntesten Beispiele für ein solches Kontorhaus ist das Chilehaus, das zwischen 1922 und 1924 erbaut wurde. Der Unternehmer Henry Brarens Sloman, der sein Vermögen mit chilenischem Salpeter gemacht hatte, beauftragte den Architekten Fritz Höger mit dem Bau eines Kontorhauses, das Sloman auf Grund seiner Handelsbeziehungen nach Chile „Chilehaus“ taufte.

Chilehaus4Höger entwarf und erbaute das Gebäude im Stil des Backsteinexpressionismus. Die klaren Linien, scharfen Kanten und großen Flächen des Hauses wurden durch mit aus Backsteinen gelegten Mustern und Ornamenten aufgelockert (was typische Elemente dieses Baustils sind). Bekannt wurde das Gebäude allerdings durch seine außergewöhnliche Form, die stark an einen Schiffsrumpf erinnert. Dazu trug vor allen ein Foto der Fotographen Carl und Adolf Dransfeld bei, die durch die Nutzung eines speziellen Objektives die Ostseite des Chilehauses wesentlich spitzer und höher erscheinen ließen, als sie tatsächlich ist. So hab ich mich bei meinem ersten Besuch am Chilehaus auch ein wenig gewundert, dass das Haus viel breiter ist, als es auf vielen Bildern dargestellt wird. Trotzdem ist es ein beeindruckendes Gebäude, für mich besonders wegen dieser unzähligen Fenster. Aber schaut es euch zusammen mit den anderen Kontorhäusern im Viertel, wie zum Beispiel dem benachbarten Sprinkenhof, selber an. Es lohnt sich!

Damit ihr nach diesem kleinen Exkurs in die Architektur auch noch ein paar andere Seiten der schönen Stadt Hamburg entdecken könnt, habe ich euch in der folgenden Galerie meine Lieblings-Hamburg-Bilder zusammengestellt. Ich hoffe sie machen euch Lust auf einen Hamburg-Besuch!

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