Das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht

Heute möchte ich euch als erste niederländische Welterbestätte hier im Blog das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht vorstellen. Dieses Haus der Architektur- und Kunstrichtung „de Stijl“, eine Bewegung die auch Einfluß auf das in Deutschland zur gleichen Zeit entstehenden Bauhaus hat, wurde im Jahr 1924 erbaut. Sein Name leitet sich von dem Namen des Architekten, Gerrit Rietveld, und dem der Auftraggeberin, Truus Schröder-Schräder, ab.

Rietveld-Schröder-Haus Utrecht
Rietveld-Schröder-Haus

Das Rietveld-Schröder-Haus ist ein kubischer Bau in den Farben weiß, grau und schwarz mit Akzenten in rot, gelb und blau. Klare geometrische Formen und Linien bestimmen das Bild. Auf den ersten Blick erinnert es mich an ein Gemälde des niederländischen Malers Piet Mondrian. Und das nicht ohne Grund, denn wie ich später herausfinde, waren sowohl Mondrian, als auch der Architekt Gerrit Rietveld Mitglied der „de Stijl“ Bewegung. Auch die Farbwahl der Nichtfarben schwarz, weiß und grau in Kombination mit den Grundfarben rot, gelb und blau ist ein Grundprinzip dieser Darstellungsform. Außerdem wird von den Künstlern des „de Stijl“ die Funktionalität eines Objektes, sei es ein Haus oder ein Stuhl, an erster Stelle gestellt. Dies gleicht dem Grundsatz „form follows function (die Form folgt der Funktion)“ des Bauhauses. Das Rietveld-Schröder-Haus ist das bedeutendsten Beispiele der „de Stijl“- Architektur und ist im Jahr 2000 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen worden.

Rietveld-Schröder-HausMit seinem modernen Aussehen fällt das Haus sofort auf. Verstärkt wird dies durch die Tatsache, dass es Wand an Wand mit einem „normalen“ Mehrfamilienhaus mit roter Backsteinfassade steht. Auch die übrigen Häuser der Nachbarschaft sind eher keine architektonischen Meisterwerke und lassen in ihrer Normalität Rietvelds außergewöhnliches Gebäude fast wie einen Fremdkörper wirken. Ich hätte nie gedacht, dass dieser moderne Bau aus den 1920er Jahren stammt.

Utrechtbearbeitet4Das Haus, das seit dem Tod von Truus Schröder-Schräder im Jahr 1985 zum Centraal Museum Utrecht gehört, kann nach Anmeldung in kleinen Gruppen besichtigt werden. Dabei kann man sich ein genaueres Bild vom erstaunlichen Inneren des Hauses machen. Der Hauptwohnraum in der ersten Etage ist durch die großen Fenster sehr hell und freundlich. Ähnlich wie bei einem Loft gibt es keine festen inneren Wände, die den Raum in Zimmer unterteilen. Es gibt im Rietveld-Schröder-Haus allerdings ein geniales System aus verschiebbaren Wandelementen, mit dem man durch wenige Handgriffe diese Unterteilung in kleinere Räume schaffen kann. Echt verblüffend.

Utrechtbearbeitet3Ich verlinke euch im Anschluss ein kurzes Video, das genau zeigen, was es mit diesen Klapp- und Schiebemechanismen auf sich hat. Das muss man einfach gesehen haben um zu verstehen, wie es funktioniert. Oder ihr fahrt selber nach Utrecht und bestaunt vor Ort die extravagante „de Stijl“-Architektur von Gerrit Rietveld.

Hier findet ihr die offizielle Seite des Rietveld-Schröder-Haus (englisch) mit dem Video: http://centraalmuseum.nl/en/visit/locations/rietveld-schroder-house/

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