Zauberhaftes Istanbul – Teil 1

Im letzten Sommer führte uns unser Reiseweg nach Istanbul. Da ich mich schon sehr lange auf einen Besuch dieser Stadt gefreut und viel im Vorfeld darüber gelesen hatte, waren meine Erwartungen riesengroß. Deshalb hatte ich auch ein wenig Angst, vom realen Istanbul enttäuscht zu werden, aber das war zum Glück völlig unbegründet. Istanbul ist wundervoll!

Weltkulturerbe Istanbul

Es gibt so viele unterschiedliche geschichtliche und kulturelle Facetten in dieser Stadt zu entdecken: ob römische, byzantinische oder osmanische Bauwerke, Basare, Museen und Moscheen – es gibt alle paar Schritte etwas Neues zu sehen, so dass es wirklich schwer fällt, zu entscheiden, was man als nächstes anschauen möchte.

Topkapi Sarayi - Hagia Sophia - Blaue Moschee
Topkapi Sarayi – Hagia Sophia – Blaue Moschee

Seit 1985 gehören 4 Bezirke des historischen Istanbuls zum UNESCO Weltkulturerbe: der archäologische Park an der Spitze der Halbinsel zwischen Goldenem Horn und Marmarameer, das Süleyman Viertel, das Zeyrek Viertel und der Bereich entlang der alten Stadtmauern.

Die Blaue Moschee

Einer der Höhepunkt war für mich der Besuch der Blauen Moschee. Die Sultan Ahmet Camii, wie die Blaue Moschee offiziell heißt, wurde Anfang des siebzehnten Jahrhundertes (1609 – 1616) im Auftrag von Sultan Ahmet I. erbaut. Ihr Zweitname „Blaue Moschee“ leitet sich von den in Blautönen gehaltenen Iznik-Kacheln und Dekormalereien im Inneren der Moschee ab. Ich war zuvor noch nie in einer Moschee und war sehr gespannt, was ich dort sehen würde. Schon von außen ist das große Kuppelgebäude mit den sechs Minaretten ein beeindruckender Anblick.

BlaueMoschee4BlaueMoschee3Die Moschee liegt am Sultan Ahmet Park in direkter Nachbarschaft zum Hippodrom und der von Kaiser Konstantin erbauten, ebenso berühmten Hagia Sofia. Schon auf dem Weg zur Moschee finden sich am Wegesrand immer wieder Schilder, die auf für muslimische Gotteshäuser angemessene Kleidung hinweisen. Ich habe am Morgen schon Jeans und Tunikabluse mit ¾-Arm gewählt und ein großes Tuch in den Rucksack gepackt. Trotz der Hinweisschilder sehe ich aber auch genügend Besucher, die versuchen in Shorts und Trägershirt in die Moschee zu gelangen.

BlaueMoschee5BlaueMoscheeHof2Zuerst betreten wir den Vorhof, der rundum von einem Säulengang mit kleinen Kuppeldächern umschlossen ist. In der Mitte steht ein überdachter Brunnen. Wir schlendern ein bisschen zwischen den Säulen umher und schauen uns um. Vom Vorhof aus können Gläubige die Moschee betreten, der Eingang für Touristen befindet sich seitlich am Gebäude.

BlaueMoscheeHofIn einem Vorraum mit Bänken werden wir freundlich aufgefordert die Schuhe auszuziehen und sie in unserem Rucksack oder den bereitliegenden Tüten zu verstauen. Ich schlinge mein Kopftuch um die Haare und wir können den Hauptgebetsraum betreten. Besuchern mit unpassender Kleidung werden große hellblaue Laken angeboten, um nackte Beine, Schultern oder Haare zu verhüllen – die Ergebnisse sehen teilweise sehr lustig aus.

Der Innenraum der Sultan Ahmet Moschee erscheint weit und hell. Die ganze Deckenkonstruktion wird nur durch vier massive Säulen im Innenraum gestützt, so dass kaum etwas den Blick durch den großen Saal behindert. Teilweise gibt es an den Wänden kleine Galerien mit verzierten Geländern. Durch viele Buntglasfenster fällt von außen das Sonnenlicht herein. Das ganze Deckengewölbe, die große Kuppel und die oberen 2/3 der Wände sind mit feinen Ornamenten, bemalten Kacheln oder Kalligraphien geschmückt. Es leuchtet blau, grün, rot und golden auf dem weißen Hintergrund. So etwas habe ich noch nie gesehen und ich finde es wunderschön.

BlaueMoschee6 KopieBlaueMoscheKuppelInnenBlaueMoscheeInnen1BlaueMoscheeFenster

 

 

 

 

 

 

BlaueMoschee1BlaueMoscheeInnen3 KopieDer große Raum ist durch eine niedrige Absperrung aus Holz in zwei Bereiche unterteilt. Der vordere Bereich ist den Gläubigen vorbehalten. Dort sitzen auch schon einige Männer um einen Geistlichen herum und unterhalten sich leise. Auf dem Teppich, mit dem die ganze Moschee ausgelegt ist, sind die „Sitzreihen“ eingewebt, da ja nicht – wie bei uns üblich – auf Bänken gesessen wird. So kann man sehen, wo die Reihen verlaufen und wo noch ein Platz frei ist.

Leider werden wir schon viel zu schnell gebeten, die Moschee zu verlassen, da das Mittagsgebet ansteht und die Moschee in dieser Zeit für Besucher geschlossen wird. Als wir grade draußen im Hof stehen, ertönt der Ruf des Muezzins über die Lautsprecher. Während wir im angrenzenden Park sitzen, können wir gut beobachten wie nach und nach eine immer größer werdende Menschenmenge aus allen Richtungen auf die Moschee zustrebt, um zum Mittagsgebet zu kommen. Wir lassen es uns derweil in der Sonne mit Nussgebäck von einem der vielen Straßenverkäufern gutgehen, bevor wir uns entscheiden müssen, welches besonders sehenswerte Stückchen Istanbul wir als nächstes entdecken wollen.

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Ein Kommentar bei „Zauberhaftes Istanbul – Teil 1“

  1. […] Geschichte noch viel mehr zu bieten. Bis jetzt habe ich hier auf dem Blog in dem Artikel „Zauberhaftes Istanbul“ hauptsächlich über meinen Besuch in der Blauen Moschee berichtet, aber es wird auch noch einen […]

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